Zeit, die

Dieses Wochenende ist mir plötzlich wieder bewußt geworden wie schnell die Zeit doch vergeht. Das ist ja nun nichts Neues, doch manchmal beschäftigt es mich einfach und ich versuche das Phänomen irgendwie zu fassen und alles rundherum zu verstehen, ein meist unmögliches und somit sehr unbefriedigendes Unterfangen. Ein großer teil des Nachdenkens besteht zwar einfach darin in alten Zeiten zu schwelgen, doch wenn man die Rosarote Brille wieder absetzt gibt es da noch mehr.

Auslöser, ein Beispiel

Zumeist gibt es einen Auslöser der mich dazu bringt über die Zeit zu sinnieren. Diesmal war es jemand im jungen Alter von 19 Jahren. Vor allem weil mir gar nicht aufgefallen ist, dass mein Gegenüber doch 6 Jahre jünger ist. Wisst ihr was das heißt? Als ich maturiert hab war sie in der zweiten Klasse! Das lustige daran: Ich fühle mich nicht wirklich älter, körperlich merkt man es zwar schon (auweh), aber ich habe einfach nicht das Gefühl das seit der Schule viel Zeit vergangen ist. Let me explain …

Schulschluss, ein Knackpunkt

Der gerade beschriebene Auslöser funktioniert bei mir deshalb so gut, weil sich bei mir das Zeitgefühl seit der Matura extrem stark verändert hat. Im ersten Jahr fällt es eigentlich noch nicht auf, aber später wird es immer stärker. Wenn ich sagen müsste wie lang der AHS-Abschluss gefühlsmäßig zurück liegt, es wären maximal 2-3 Jahre, die Realität schaut jedoch etwas anders aus, denn über 7 Jahre ist es im Moment schon her, mittlerweile rückt der nächste Ausbildungsabschluss schon in sehr greifbare Nähe, ein neuer Lebensabschnitt beginnt bald.

Aber warum? Ein Versuch einer Erklärung

Das Gefühl mit der Zeit seit der Matura ist sehr interessant, finde ich. Ich weiß nicht ob ich da alleine bin, oder ob es vielen anderen auch so ähnlich geht. Die Geschwindigkeit seit der Schule hat sich vervielfacht und doch habe ich oft das Gefühl die Zeit ist eigentlich fast stehengeblieben. Doch ist es nicht die Zeit die stehen geblieben ist, es ist die Veränderung in unserem Leben. Last mich das kurz erklären: In der Schulzeit ist jedes Jahr irgendwie anders, vielleicht sogar jedes Halbjahr, weil wir uns selber viel verändern und mit uns auch unsere Umgebung und unser Leben. Kommt man aus der Schule fängt das Leben schön langsam an sich etwas regelmäßiger zu gestalten. Ich habe angefangen zu studieren und die Unterschiede von einem Jahr zum nächsten fielen eindeutig kleiner aus. Versteht mich jetzt nicht falsch, diese Diskussion nimmt nicht die Qualität der Zeit als Grundlage, also ich will nicht sagen, dass die Schulzeit die beste war und das Studium danach viel schlechter, im Gegenteil, bis vielleicht auf das letzte Semester (ich möchte jetzt doch schon bald mal das Ende erreicht haben) habe ich meine Studienzeit wirklich genossen, nur vergingen die letzten Jahre in Zeitraffer, erschreckend schnell.

Mein persönliches Resumé

Punkt 1: Es geht mir mittlerweile wieder besser nachdem ich das alles niederschreibe konnte; danke Blog.

Punkt 2: Umso älter wir werden umso unwichtiger werden Altersunterschiede, logisch, ich weiß.

Punkt 3: Die subjektive Zeitwahrnehmung ist schwer zu fassen, doch glaube ich das sie etwas mit Veränderung zu tun hat. Deshalb vergeht Alltag immer schnell, deshalb vergeht die zweite Urlaubswoche schneller als die erste und deshalb vergeht vielleicht sogar das Leben selbst, desto länger es ist immer schneller, wir sind schon daran gewöhnt.

Punkt 4: Vielleicht kann man jeden Tag einfach ein paar Kleinigkeiten anders machen und so die Zeit austricksen. Naja die Zeit selbst natürlich nicht, aber unsere Wahrnehmung davon. Das wäre doch schon was.