Von Windows zu Linux: Ich steige um
Ich habe mich selbst etwas ausgetrickst. Das ist gar nicht so leicht, denn ich kenne mich ja schließlich sehr gut. Der Clou musste also raffiniert und sehr subtil sein um unter meiner eigenen Wahrnehmungsschwelle zu bleiben. Von der wiederum wusste ich ziemlich genau wo sie lag, denn ich kenne mich ja schließlich sehr gut. Mein Sieg über mich selbst ging also ungefähr so vor sich:
Der Speicherplatz auf der Festplatte war schon lange knapp und als alle bekannten Hausmittel auch nicht mehr genug Bytes freimachen konnten blieb mir nur noch die Flucht nach vorne. Nach einer kurzen Recherche, die mich unter anderem zu der Erkenntnis brachte dass es nicht mehr sehr viele IDE Festplatten gibt, erstand ich für ca. 75€ eine neue 250 GB große Festplatte für mein Notebook. Der Plan war ganz einfach: Alle Daten rüberkopieren und die Fülle an neugewonnenem Platz genießen. Zumindest dachte ich, dass ich das dachte, denn schon kurz nach dem Kauf wurde mir klar dass ich es mir so leicht nicht machen werde. Es ist nämlich der ideale Zeitpunkt Windows den rücken zu kehren und somit meine letze Microsoft Hürde zu nehmen. Ich wusste einfach, wenn ich mir eine neue Festplatte kaufe dann mache ich gleich einen richtig neuen Start, Tabula Rasa. Der Plan hat funktioniert.
Nun etwas ernsthafter zu ein paar Fakten. Ich werde auf der neuen Festplatte Ubuntu installieren. Es ist wie ich gehört habe nun doch endlich einige Kinderkrankheiten (Probleme mit WLAN und Bildschirmauflösungen) losgeworden und sollte für den Produktiveinsatz gut gerüstet sein. Windows wird kein Zuhause mehr auf der neuen Platte finden. Zu lästig ist es ein Dualboot System zu haben und zu weit entwickelt sind mittlerweile Virtual Machines. Alle Programme für die es unter Linux keine guten Alternativen gibt kommen von Adobe. Hauptsächlich geht es mir um Photoshop, das ich eben unter Windows in einer Virtual Machine laufen lassen möchte.
Dieser Artikel ist nur mal eine kurze Ankündigung, weitere Details werden während meines Systemumzugs folgen. Die Prinzipielle Vorgangsweise wird folgende sein. Backup aller wichtigen Daten der alten Platte. Installation von Linux auf der neuen Platte. Die alte Platte kommt danach ins externe Gehäuse und so kann ich dann auch alle Daten die brauche ins System wieder einspielen. Geht bei der Installation etwas schief, oder muss ich mal schnell wieder ins alte System zurück, kommt einfach die alte Platte ins Notebook und ich kann Windows wie gewohnt hochfahren. Wenn dann mal alles schön glatt läuft wird die alte Platte zu einer kleinen tragbaren externen Festplatte umfunktioniert.
So weit so gut. Vielleicht kann ich ja meinen ersten Erfahrungsbericht schon von meinem neuen System schreiben.

itachi
19 Mar 2009 21:53
cool. ich hatte auch vor auf ubuntu umzusteigen. bis jetzt war ich aber zu faul…
Johannes
19 Mar 2009 22:09
Guter Schritt!
Auch wenn Sie Photoshop im Moment noch nicht ersetzen können, werden Gimp und Inkscape für einfache Aufgaben auch immer mehr zu einer ernsthaften Alternative.
Martin
20 Mar 2009 19:04
Pass nur auf,dass du Windows vorher installierst, machst dus umgekehrt,hast du plötzlich ein “nicht erkanntes Betriebssystem” auf der anderen Partition(ist mir so gegangen).
Jaja,die Microsoft-Mafia……
Martin
20 Mar 2009 19:06
Sehe gerade,dass sowieso kein Windows auf der Platte sein soll,somit Kommentar Blödsinn.
Pietropizzi
22 Mar 2009 21:56
Ja das mit dem zu faul sein kenne ich. Ich musste mich ja auch erstmal selbst austricksen um den Schritt zu machen.
Mit Gimp kann ich leider gar nichts anfangen. Musste schon mal was damit machen und kam mit dem Interface irgendwie gar nicht zurecht. Ich möchte mich aber auf jeden Fall nach was sinnvollem für einfache Bearbeitungen umsehen, ich will ja dann nicht immer Photoshop hochfahren müssen. Von Inkscape habe ich schon gehört, es aber noch nie ausprobiert, könnte ich mal versuchen.
Schreibe übrigens schon vom neu aufgestzten System
Johannes
22 Mar 2009 22:32
… gimp ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten blick aussieht!
Benedikt
23 Mar 2009 17:56
Also vorerst doch kein Mac? Bin jedenfalls schon auf deine Erfahrungen gespannt — insbesondere wie du das mit der Bildbearbeitung löst.
Ich spiel ja auch hin und wieder mit dem Gedanken es mal auszuprobieren und ein Parallelsystem, das voll auf Open-Source basiert, aufzubauen. Derzeit fehlt mir aber die Muße — und auf der Mac-Plattform fühl ich mich eigentlich ganz wohl.
Pietropizzi
24 Mar 2009 15:13
Doch doch der Mac ist schon noch immer gelpant. Das hier war eine spontane Aktion und der Umstieg auf Linux kostet ja nichts, außer Zeit. Die Festplatte hab ich ja sowieso gebraucht. Ein Umstieg auf Mac heißt: Apple Hardware. Kommt also dann wenn ich mein Notebook ersetzen werde. Ein Mac ist einfach ein reizvolles Gesamtpacket: Gutes Zusammenspiel von Hard- und Software, ein gutes (überlegenes) Betriebssystem und vor allem gute Software (von Apple und von Third-Party Herstellern).
Ich habe sowieso vor noch Erfahrungsberichte aus dem Leben mit Linux online zu stellen. Ich habe ja jetzt schon viele Eindrücke gesammelt, hauptsächlich von der Art “was kann ich alles einstellen”, da kommt man mit dem schreiben eher nicht nach, bzw. möchte ich es wenn dann so ausführlich oder zumindest sinnvoll machen dass es auch jemanden hilft.
Der Open-Source Gedanke ist eine coole Sache, aber nicht das ausschlaggebende das mich zu Linux gebracht hat. Es scheint nun ausgereift genug zu sein um von jemandem wie mir (der die genauen Systeminterna von Linux nicht kennt) ohne grobe Probleme installiert zu werden. Woran es eigentlich am meisten happert ist Interface- und Interactionsdesign, aber das hat zumindest Mark Shuttleworth (der Gründer von Ubuntu) schon erkannt.
Immer wieder mal parallel installiert habe ich es schon zig mal, aber aus meiner Erfahrung verwendet man es dann nicht. Aber vielleicht ist es bei dir anders. Außerdem verstehe ich es dass der Drang von MacOS umzusteigen nicht so groß ist.