Letztes Jahr…

Spät, viel zu spät aber doch noch. Ich hoffe ihr Leser verzeiht. Der letzte Artikel vor den Jahrescharts, in dem noch alles an wesentlicher Musik des letzten Jahres drinnen ist, was bis jetzt nicht erwähnt wurde. Ich hoffe ihr habt Zeit mitgebracht, denn vor allem erwartet euch viel. Viel gute Musik, viele Hörproben, viele Stichwörter und dennoch ist es übersichtlich zusammengefasst. Glaubt ihr nicht? Dann schaut mal…

Und als zusätzliches Goodie, alle Songs, die hier erwähnt werden in einer Playlist. Also gleich zum mithören. Viel Spaß.

Idlewild – Post Electric Blues

Idlewild‘s neues Album ist eine Ansammlung angenehm zu hörender Pop/Rock-Musik. Ähnlich wie die erste Auskopplung “Readers and writers” werden die Songs dem Hörer zwar gefallen aber nicht sonderlich in Erinnerung bleiben. Ausnahmen könnten die beiden Nummern “(The night will) Bring you back to life” und “Post-Electric” sein, die da schon etwas mehr hervorstechen. Insgesamt unspektakulär aber auch ein Album bei dem man als Käufer nicht viel falsch machen kann.

Five For Fighting – Slice

Man muss die Musik des Singer/Songwriters Five For Fighting mögen, sonst wird auch das neue Album, recht spurlos an einem vorbeigehen. Wenn man aber die Mischung aus Gitarre und Klavier richtig zu schätzen weiß, wird auch dieses Werk dem Hörer schöne Melodien bieten können, mit der Möglichkeit sich in ihnen zu verlieren. In den Charts wird dieser Stil zwar nie auf große Erfolge stoßen, aber Fans wissen was sie an den sehr zu empfehlenden Songs wie “Slice” oder “Chances” haben.

Juliette Lewis – Terra Incognita

Ich mag die Musik von Juliette Lewis, auch weil sie teilweise roh und ungeschliffen wirkt. Ein Album von ihr zu hören ist auf jeden Fall immer ein Erlebnis. So auch beim aktuellen Werk, dass insgesamt etwas ruhiger geworden ist als die Vorgänger. Mit Songs wie “Fantasy bar” oder “Uh huh” wird aber bewiesen, dass diese hervorragende Frontfrau es auch alleine kann.

Culcha Candela – Schöne Neue Welt

Mit ihrem Hit “Schöne neue Welt” haben uns Culcha Candela heuer daran erinnert, dass Hip Hop nicht nur unterhaltsam sondern auch kritisch sein kann. Die zweite Auskopplung “Monsta“, ebenfalls eine recht eingängige Nummer, bedient eher das Bedürfnis nach Spaß und guten Beats. Die Mischung machts eben und so findet man auf dem Album neben den gängigen Beats und Latino-Rhythmen auch anspruchsvolle Texte. Ein starkes Werk bei dem außerdem noch “Gimme some” und “Steh auf” zu empfehlen sind.

Bon Jovi – The Circle

Seit einer Dekade das Gleiche mit Bon Jovi, so alle 2 Jahre kommt ein neues Album auf den Markt, dabei finden aber keine wirklichen Veränderungen statt. Die Songs klingen mit jeden anderem ihrer Werke austauschbar. Aber auch wenn hier kein großes Risiko, oder irgendeines, eingegangen wird, die Nummern sind unbedrohlich und eingängig, so wie heuer “Work for the working man” und “Thorn in my side” was wohl letztendlich das Erfolgsrezept der Band ist. Man bedenke, in einer Welt in der sich alles ständig zu ändern scheint sind Bon Jovi möglicherweise die einzige Konstante.

Creed – Full Circle

Overcome” und “Rain“, die ersten 2 Auskopplungen des neuen Albums lassen bereits zu, dass man das Comeback von Creed als Erfolg verbucht. Dabei klingt der Sound beinahe unverändert, fast so als hätten sie sich nie getrennt um Soloprojekten nachzugehen. Trotz ansprechender härterer Nummern liegt die Stärke der Band weiterhin in den Power-Balladen. So bestechen neben den erwähnten Songs noch “Away in silence“, “On my sleeve” und “Full circle“. Ein gelungenes Album und etwas für neue sowie auch die alten Fans.

Uncle Kracker – Happy Hour

Das Uncle Cracker wieder da ist konnte man schon den Top 5 entnehmen, in denen die erste Auskopplung des aktuellen Albums “Smile” zu finden war. Das restliche Album ist eine nette Mischung aus Pop, Rock und Country mit einfachen aber eingängigen und teilweise auch sehr unterhaltsamen Nummern. So fallen besonders noch die Lieder “Another love song” und “I hate California” auf einer Platte auf die sich hervorragend zum Entspannen eignet.

Arctic Monkeys – Humbug

Es ist mittlerweile das 3. Album der Arctic Monkeys und man hat als Hörer das Gefühl, der Kick, den sie mit ihrem ersten Werk noch erreicht haben hat an Kraft verloren. Man spricht hier zwar immer noch von ausgezeichneten Musikern, die auf höchstem Niveau agieren aber eine derart stimmungsvolle Cd wollte ihnen einfach nicht mehr gelingen. Songs wie “Crying lightning” oder “Dance little liar” sind dennoch hervorzuheben und auch gut genug um in Erinnerung zu bleiben.

Dead By Sunrise – Out Of Ashes

Chester Bennington, der Sänger von Linkin Park, hat mit Dead By Sunrise nun endlich sein Soloprojekt verwirklicht. Der Sound ist dabei an seine ursprüngliche Band angelegt und dürfte damit auch das gleiche Publikum ansprechen. Beim oberflächlichen hören wird man zumindest keine Unterschiede erkennen. Das unterlegt auch die erste Auskopplung “Crawl back in“, die man objektiv betrachtet nur einer Band zuordnen würde. Ansonsten gefallen noch “Inside of me“, “Let down” und “Into you” und sollten gehört werden.

Third Eye Blind – Ursa Major

Das neue Werk von Third Eye Blind lässt zwar ein wenig die wirklich starken schnelleren Nummern vermissen, dafür trumpfen sie heuer ganz groß auf wenn es um ruhige(re) Tracks geht. “Bonfire“, bereits in den Top 5 erwähnt, ist ein großartiger Song und auch “About to break“, “Why can’t you be” und “Summer town” wissen zu überzeugen. Wieder einmal ein feines Werk der Band, die sich leider nicht der Bekanntheit erfreuen kann, die sie verdient hätten.

Stereophonics – Keep Calm & Carry On

Ein neues Album der Stereophonics hat immer etwas Erfreuliches. Auch wenn man nicht genau weiß, was einen erwarten wird, man kann davon ausgehen, dass einem ein Haufen stimmiger Songs bevorsteht, die vor allem die Stunden in denen man sinnieren und chillen möchte perfekt untermalen werden. Und so ist es auch diesmal. Die Lieder “Uppercut“, “100Mph” und “Innocent” passen perfekt in diese Kategorie und “She`s alright” befriedigt das Bedürfnis nach etwas Rock. Gelungenes Werk und zum hören ein Genuss.

Bela B – Code B

Ein ganzes Jahr ganz ohne Beteiligung von zumindest einem der Ärzte wäre furchtbar. Da hat Bela B 2009 gerade noch gerettet und im Oktober sein zweites Soloalbum herausgebracht. Und ähnlich wie der Vorgänger bietet es gute Musik und unterhaltsame bis interessante Texte und doch fehlt wieder der letzte Kick. Dennoch, die ersten 2 Auskopplungen “Altes Arschloch Liebe” und “Schwarz/weiss” gehen ausgezeichnet ins Ohr und auch “Dein Schlaflied” gefällt. Neue Fans wird das Album wohl nicht anlocken aber die Anhänger sollte es zufrieden stellen.

Calvin Harris – Ready For The Weekend

Man muss diese Dance, Trance, Techno, Electro Musik nicht mal sonderlich mögen um Calvin Harris als Musiker zu akzeptieren denn seit “Acceptable in the 80′s” weiß man, dass er es einfach ein wenig anders macht als die Konkurrenz. Und das kann man zumindest respektieren. So auch am aktuellen Werk. Die Songs wirken stimmiger und vor allem melodischer als das was man in den Clubs so zu hören bekommt. Nummern wie “The rain“, “Stars come out” oder “You used to hold me” kann man gar als echte Stimmungsmacher bezeichnen und auch die 2 Auskopplungen “Flashback” und “Yeah yeah yeah la la la” (bekannt aus der Coca Cola Werbung) haben es in sich. Auf jeden Fall ist es Musik der man eine Chance geben sollte. Auch wenn man sie mal einem Club hört.

Delinquent Habits – The Common Man

Die Delinquent Habits sind eine Hip Hop Combo aus L.A., die die Mischung aus Old-School-Rap und Latino-Sounds beinahe schon zelebrieren. So haben sie schon zahlreiche Songs veröffentlicht, die die eine oder andere Sommerparty musikalisch untermalen durften. Das aktuelle Album bietet leider wenig davon und trotzdem kann man sich immer freuen wenn man Songs wie “The common man” oder “Fiesta” zu hören bekommt, denn sie sind etwas Besonderes.

Der Rest

Im Rest finden sich Künstler wieder, die ebenfalls neue Alben veröffentlicht haben, jedoch nicht ausreichend überzeugen konnten. Dazu gehören die namhaften Interpreten Natalie Imbruglia, Weezer, Robbie Williams, Jan Delay und OneRepublic genauso wie die unbeschriebeneren Blätter Boys Like Girls, Gary Go, Strike Anywhere, Birdy Nam Nam (Ja, die gibts wirklich) und Matisyahu. Bei den meisten dieser Musiker waren einzelne Nummern ganz gut, weswegen sie in der oben erwähnten Playlist aufscheinen, die Platten aber insgesamt zu schwach. Einen Sonderstatus genießen hier die Backstreet Boys, denn auf der aktuellen Cd (die unglaublich mies ist) findet sich der Song “Masquerade“, bei dem ich bis zum Schluss nicht sagen konnte ob er unglaublich gut ist oder grottenschlecht.

Denkt darüber nach und urteilt selbst..