Bon Jovi
Bon Jovi hat ein neues Album und Kritiker werden lieben es zu hassen. Warum? Weil es einfach so viele Möglichkeiten zum verreißen bietet. Das widerrum beweist aber die Theorie, dass es zumindest irgendwann im Laufe des Entstehungsprozesses eines Albums zu kreativen Gedanken kommt.
“Lost Highway” heißt das neue Werk und steht offiziell unter dem Motto Country. Ein Umstand der dem Hörer als Randnotiz dient, denn wirklich merken wird man davon nichts. Geboten wird hier der typische Bon Jovi Sound der letzten 10 Jahre, wobei nicht darauf angespielt werden soll, dass die Songs ähnlich klingen wie die auf dem letzten oder vorletzten Album. Nein, sie klingen identisch. Absolut austauschbar. Und damit sind sowohl Texte als auch Musik gemeint. Das Highlight diesbezüglich ist der Song “We got it going on” der neben einem recht stupidem Text auch auch einige Parts aus “It´s my life” verwendet.
Also warum machen Bon Jovi das? Warum präsentiert sich diese Band so ungeschützt den Besserwissern dieser Branche?
– Vermutlich weil es ihnen egal ist. Nach über 20 Jahren im Musikgeschäft sind sie nicht mehr auf Kritiker angewiesen. Es geht nur um die Kaufkraft der Kunden und dafür entscheidend ist nur ob die Radio DJ´s ihre Singles spielen. Und das werden sie, schließlich geht es hier um Bon Jovi und die dazugehörige Fan-Gemeinde. Realistisch gesehen haben sie sowieso nie gute Kritiken bekommen. So erfolgreich der schmuddelige Pop/Rock auch ist, besonders innovativ oder gar kreativ war er nie. Die Musik war eingehend und schön, genug um sich eine Anhängerschaft aufzubauen, die wahrscheinlich auch gar nicht will, dass sich viel ändert. Es reicht wenn alle paar Jahre ein neues Album erscheint und ein paar nette Songs bietet.
Eine perfekte Symbiose, denn Bon Jovi kann ganz gut davon und die Fans können, sinnierend, damit leben. Dieses System wird funktionieren bis beide Parteien irgendwann sterben.
Bis dahin wird aber noch ein wenig Zeit vergehen und währenddessen bleiben dem Hörer die Songs “Lost Highway” und “Any other day” die aus dem Album herausstechen, das sonst so gleichwertig ist und sich jeglicher Klischees bedient, die es zu Thema “Freiheit” gibt.
Es macht Spaß Bon Jovi´s “Lost Highway” zu hören, da es dem Hörer das Gefühl vermittelt bewußt schlicht und einfach geworden zu sein. Und das wirkt so richtig befreiend. Somit hat die Gruppe dann doch, irgendwie auf Umwegen, erreicht ihr gewähltes Thema umzusetzen. Danke, setzen.

Claudl
27 Jun 2007 22:54
Oh, eigentlich dachte ich immer, dass die Tatsache, dass Bon Jovi-Lieder alle ähnlich oder identisch klingen, an sich ja schon das Band-Konzept is…Nicht, dass ich Bon Jovi nicht mag, aber seit der 2. Hälfte der 90er Jahre klingt irgendwie alles wie ein Medley aus den “guten alten Zeiten”.
Benedikt
29 Jun 2007 16:16
Ich kenn’ ja Bon Jovi nicht so gut (“Real Life” fand ich immer nett, ist aber genau genommen vom Soloprojekt “Jon Bon Jovi” — oh oh, ich kenn mich da doch aus
). Nach der Kritik hab ich aber gleich 4 Lieder vom neuen Album gekauft. Ist zur Hebung der Stimmung auf dem Weg zur Arbeit ganz gut. Und ja, die Lieder sind tatsächlich austauschbar, “Lost Highway” hätte wohl auch 1994 erscheinen können.
Benedikt
29 Jun 2007 16:22
Ah, “Real Life” ist anscheinend doch von Bon Jovi …
Elisabeth
08 Jul 2007 16:01
Ich finde das Album gut. Klar, klingen einige Lieder ähnlich, aber das ist ja auch ein Erkennungsmerkmal. Weil wenn sie jedesmal was anderes machen würden, dann würde ja niemand erkennen dass es von BON JOVI ist!