Big Bad World

Es ist immer schön die Entwicklung einer Band mitverfolgen zu können. Ob es sich dabei um den möglichen Beginn einer Karriere (wie hier bei Anberlin), das Album nach dem Durchbruch (Plain White T´s) oder eine lang ersehnte Rückkehr (ACDC) handelt ist fast egal. Hauptsache Musik.

Anberlin – New Surrender

Anberlin ist eine alternative Rock Band aus dem sonnigen Florida, USA, die nun schon seit 5 Jahren mit steigendem Erfolg professionell Musik macht und ihr aktuelles Werk “New Surrender“, insgesamt schon das 4. Studioalbum, besitzt das Potential sie auch in Europa bekannt zu machen. Erreicht werden soll das Ganze mit ihrer Musik, die sich wohl am ehesten mit der von Fall Out Boy vergleichen lässt.
So sind auf dem aktuellen Album zahlreiche eingängige Rocknummern zu finden, die zusammen mit einigen ruhigeren Tracks eine angenehm zu hörende Symbiose bilden. Besonders hervorstechend sind dabei die Lieder “Breaking“, “Blame Me! Blame Me!“, “Burn Out Brighter (Northern Lights)” und “Younglife” sowie die aktuelle Single “Feel Good Drag” auf einem durchgehend guten Album, das es dem Hörer leicht macht Begeisterung für die junge Band aufzubringen.

Bei einem Schnitt von fast einem Album pro Jahr bekommt man ohnehin das Gefühl, dass es sich lohnt ein Fan von Anberlin zu sein.

Plain White T´s – Big Bad World

Letztes Jahr ist den Plain White T’s mit dem Hit “Hey there Delilah” der Durchbruch gelungen, während das dazu veröffentlichte Album trotz einer hohen Anzahl an guten Songs wenig Anerkennung fand.
Ähnlich könnte es dem Nachfolger “Big Bad World” ergehen, denn obwohl kein schlechter Track darauf zu finden ist, werden gerade “neue” Bands an ihren Hits gemessen und davon sind auf den ersten Blick nicht gerade viele zu finden. Der Eindruck, den das Album beim ersten hören hinterlässt ist eher der, einer soliden, angenehm zu hörenden Cd, die jedoch etwas zu unspektakulär ausgefallen ist.
Bei genauerer Betrachtung sind es die Lieder “Big bad world“, “That girl” und “1 2 3 4” die hervorstechen und beinahe schon als “herzig” zu beschreiben sind, was bei weitem nicht so abwertend gemeint, wie es wahrscheinlich klingt.

Big Bad World” ist ein nettes Album geworden, aber nett ist in der richtigen Big Bad World wohl kaum genug.

ACDC – Black Ice

Das erste, was sich wohl jeder Fan vom guten alten Rock denken wird, wenn er diese Platte hört wird ein Wort sein, nämlich “cool”. Als zweites dürfte der Gedanke “Kommt mir bekannt vor” auftauchen und diese beiden Eindrücke beschreiben “Black Ice“, das neue Album, von ACDC sehr gut.
Denn es nichts Innovatives oder Gewagtes was ACDC hier produziert haben sondern ziemlich genau die gleiche Musik, mit der so schon vor (vielen) Jahren weltweit Erfolg hatten. Andere Texte und vielleicht ein, zwei neue Akkorde. Damit sind die Veränderungen schon zusammengefasst.
Und dennoch, man kann kaum anders als mit einem breiten Lächeln im Gesicht den Kopf vor und zurück zu bewegen. Schließlich sind es ACDC, die hier spielen und auch wenn sie das gleiche wie immer machen, das machen sie verdammt gut. Die Songs gehen alle gut ins Ohr, von Altersschwäche ist nichts zu bemerken und es fällt leicht, die mangelnde Einzigartigkeit zu ignorieren.
Der letzte Punkt wirkt sich eben nur auf Frage des Hitpotentials aus. Hier kann man sagen “Rock N’ Roll Train” fetzt und auch “Skies on fire” und “Black ice” stechen noch ein wenig heraus. Der Rest ist solide.

Black Ice” von ACDC, ein cooles Werk für Liebhaber. Das Einzige was einem eifrigen Schreiberling hierbei weh tut, ist, dass es ihm nicht möglich ist den Blitz zwischen AC und DC darzustellen. Schade auch.