Battlestar Galactica

Gestern Abend hatte ich das unbestrittene Vergnügen das Seasonfinale der 3. Staffel von »Battlestar Galactica« sehen zu können und warte nun schon seit 8 Stunden und 54 Minuten auf die nächste Folge, nämlich die erste der 4. Staffel. Die gute Nachricht: Sie kommt, die schlechte: Erst 2008. Viel Zeit also die überbrückt werden muss, aber andererseits auch viel Zeit für euch die ersten drei Staffeln zu sehen bevor die vierte an den Start geht. Und wenn ihr auch nur eine Kleinigkeit über habt für Sciencefiction, dann wollt ihr das nicht verpassen, glaubt mir.

Pilot

Battlestar Galactica fängt mit einem 180 minütigen Pilotfilm an, der sogenannten »Miniseries«, da der Pilot eigentlich aus vier normallangen Folgen besteht. Diese Kurzserie sollte testen ob genug Interesse an einer ganzen Staffel bestünde und wurde offensichtlich zu einem riesen Erfolg. Für die Handlung sind diese ersten vier Folgen besonders wichtig, ohne ihnen sollte man eindeutig nicht beginnen.

Pilot Handlung

Die Menschheit in »Battlestar Galactica« lebt auf 12 verschiedenen Planeten, den »Twelve Colonies« (die englischen Begriffe sollen nicht pseudo-cool wirken, aber ich möchte nicht anfangen alles zu übersetzen), unterscheidet sich aber zumindest in biologischer Hinsicht kaum von uns. Diese Menschheit, so erfährt man zu Beginn, hat Roboter gebaut, die ihnen das Leben leichter machen sollten. Die Roboter entwickelten sich weiter bis sie sich eines Tages gegen die eigenen Herren stellten und einen Krieg anfingen. Nach einem ausverhandelten Waffenstillstand willigen die Menschen ein, dass die »Cylons«, so werden die Roboter genannt, eine eigene Welt besiedeln dürfen und von nun an unabhängig sind. 40 Jahre hört und sieht man nichts von den Cylons, es machen sich nur Gerüchte breit die Roboter sähen jetzt wie Menschen aus, bis sie eines Tages mit dem Ziel zurückkommen die gesamte Menschheit komplett auszurotten.

Was ich zu sagen habe …

Die Handlung des Piloten klingt in dieser Kürze nach durchschnittlicher Sciencefiction Kost, doch stellt man beim schauen fest, dass viel Tiefe da ist. Wie überhaupt die ganze Serie vor allem durch ihren Stil, der sich weit aus dem SciFi Fenster herauslehnt, positiv auffällt. Nirgendwo mehr als hier werden die klassischen SciFi Attribute nur zu einem, eindeutig hervorragend gestalteten, Runderherum für die eigentliche dramatische Handlung. Es ist eine Serie in der die Menschen und ihre Schicksale, ihre Verluste, die »Schmutzigkeit« des Krieges und viele weitere kritisch beleuchtete und ernste Themen wie Kampf gegen den Terror, religiöser Fanatismus und Folter im Mittelpunkt stehen. Es ist die »dunkelste« und bei weitem ernsthafteste SciFi Serie, die ich je gesehen habe und ist wirklich auch (fast) allen nicht SciFi Fans zu empfehlen, da auch kaum technisches Gerede à la »Star Trek« vorkommt. Es ist natürlich keine Fehler wenn man gerne Raumschiff-Szenen sieht, vor allem sind diese unglaublich gut umgesetzt. Schwer zu beschreiben wenn man es nicht gesehen hat, sind die Außenszenen in eine fast totale Stille gehüllt die einem das Gefühl gibt wirklich im Weltall zu sein. Auch die oft zoomende und absichtlich verwackelte Kamera, ist eine Klasse für sich. Zusammenfassend: Bis dato eindeutig die beste SciFi Serie, wenn nicht sogar die beste Serie überhaupt!

… und die anderen

»Time« denkt offensichtlich ähnlich und platziert Battlestar Galactica in der Kategorie »Best of 2005: Television« an erster Stelle. Der Beginn des Kurztextes spielt meiner Meinung nach schön auf das Vorurteil vieler Menschen gegen Sciencefiction an:

Most of you probably think this entry has got to be a joke. The rest of you have actually watched the show

Auch sahnte die Serie einige andere, vielleicht nicht ganz so bekannte Awards ab, was natürlich nicht zuviel heißen muss, ich wollte nur meine Meinung mit Fakten untermauern.

Was zu tun ist

Ich hoffe euch die Serie sehr schmackhaft gemacht zu haben und möchte euch dazu animieren sie auch anzusehen. Beginnt mit dem Pilotfilm, dazu müsst ihr wirklich nicht viel Zeit investieren und dann werdet ihr weitersehen. Ich konnte danach nicht mehr aufhören. Und falls für euch Langzeitmotivation das bessere Argument ist: Die dritte Staffel ist noch düsterer und vielleicht sogar noch etwas besser als die ersten beiden Staffeln. Das Finale ist auf jeden Fall umwerfend und ein wahnsinns »Cliffhanger«. Interessantes Detail am Rande: In den letzten Minuten wird zum ersten mal ein Song gespielt bei dem auch gesungen wird. Das Lied (»All Along the Watchtower« im Original von Bob Dylan, aber sehr oft gecovert) fand ich übrigens sehr passend und wahnsinnig »gänsehauterzeugend«!